Paragon 25 - unverschämt gut
Mit seinem sehr spitzen und tiefen Rumpf ist die Paragon 25 ein phänomenales Seeboot. Die ausgezeichnete Stabilität ist ungewöhnlich. Bootsleute mit Anforderungen und Kenntnis bekommen mehr als sie bei einem Kajütboot erwarten.
Sie wurde für Bootsleute entwickelt, die wahre Qualität fordern. Jeder, der sich ein praktisches, zierliches, seetüchtiges Boot sowie widerstandsfähige Eleganz bei rauen Überführungen und Expeditionen wünscht, bekommt mit dem Design von Architekt und Bootsbauer Sakari Mattila etwas ganz Besonderes.
Zwei Fakten belegen diese Aussagen: der Hintergrund des Bootes und seine Eigenschaften. Der erste ist klar und der zweite basiert auf Tests mit hunderten von Booten.
Zuerst zur Entstehung des Bootes - Sakari Mattila und sein Bootsbauer
Janne Vittala wussten ganz genau, was sie wollten als sie das Boot entwickelten. „ Im Laufe der Jahre habe ich viele Bootsmodelle getestet, die ich alle nicht gelungen fand. Der Grund war, dass sie alle von innen nach außen entwickelt wurden. Platz, aber nicht Charakter hatte den Vorrang. Letztendlich hatte ich genug davon und beschloss, mein eigenes taugliches Kajüt-boot von Grund auf neu zu gestalten,“ erklärt Sakari. Aber anstatt in einem Büro zu sitzen und zu hoffen, dass er solch ein Juwel entwickeln könne, entschied er, Leute zu befragen, die in offizieller Funktion Boot fahren: die Mannschaften von Rettungsbooten, Leute, die Boote warten, Besatzungen der Küstenwache, die Wasserschutzpolizei und sogar die Fahrer von Speedbooten wurden nach Informationen über Eigenschaften und Leistung ausgefragt.
Auf der Grundlage dieser offiziellen Meinungen entwickelte er einen Aluminiumrumpf, einen Kunststoffrumpf und ein RIB-Boot. Die Profis testeten sie und gaben ihre Meinung wieder. Diese Aussagen wurden genauestens analysiert und auf deren Basis und seinen eigenen Vorstellungen eines perfekten widerstandfähigen Transportbootes in den Schären, entwarf Sakari einen ganz anderen Rumpf: die Paragon 25.
Die Länge wurde der Manövrierfähigkeit zuliebe auf 25 Fuss festgelegt, die Kabine dient zum Schutz vor dem Wetter und als Wochenendunterkunft.
Spezial-Pontoons
„Wir hätten die Schwimmer auch aus Kunststoff herstellen können oder Fender benutzen können, aber diese werden bald schmutzig und unansehnlich. Außerdem wollten wir einen festen Schutz, um Fender beim Anlegen und Kratzer an der Seite beim Festmachen an Bojen zu vermeiden. Diese Anforderung wurde erfüllt, indem die Kajüte mit Seitentüren, einer Hecktür, einer niedrigen Gangway und einem abgesenkten Boden im Steuerhaus ausgestattet wurde. Letzteres ist etwas Besonderes, da sich normalerweise der Kajütboden und das Deck auf einer Höhe befinden. Um jedoch den Schwerpunkt weiter nach unten zu verlagern und um die Stabilität zu optimieren, wurde der Boden so weit wie möglich nach unten gelegt während die Batterien und der Tank unter dem Boden gleichzeitig die Stabilität weiter erhöhen.
Ein tiefer Schwerpunkt garantiert eine gute Fahrt auf See. Zusätzlich befindet sich der Treibstofftank ganz vorne, da wir fanden, dass ein langer, schmaler Rumpf am besten funktioniert, wenn die Wasserlänge ausgenutzt wird. Das Gewicht in den Bügeln hilft dem Rumpf zusätzlich, das Wasser zu zerteilen und erzeugt eine gute Balance,“ sagt Sakari Mattia.
Das ebene Deck der Paragon 25 ist auch kein Zufall. Die Profis machten deutlich, dass Spritzwasser sofort ablaufen muss. Daher ist das Heck offen, ohne hinderliche Türen oder Speigatt.
Eine Funktion des niedrigen Bootsprofils ist der geringe Luftwiderstand mit demVorteil geringer Abtrifft und ruhiger Fahrt bei geringer Geschwindigkeit. Die Paragon 25 verhält sich fast wie ein Kielboot bei Anlegegeschwindigkeit.
Die Designer zögerten ebenfalls nicht beim Bodenwinkel – 26.5 Grad ist extrem, so viel wie bei einem Ozean-Rennboot. Aber im Hinblick auf die Seetüchtigkeit muss der Rumpf so spitz sein.
Perfektes Testwetter
Trotzdem war es in der Kajüte warm, gemütlich und ziemlich leise, obwohl sich das Boot in schwerer See bewegte und die 260PS-Maschine mit ¾ ihrer Leistung lief. Die Teststrecke war im Plotter und das Boot wurde bis an seine Leistungsgrenze gebracht. Die erste angenehme Überraschung war, dass kein Ächzen und Knarren von den Inneneinbauten zu hören war, während das Boot auf das Wasser schlug. Für einen erfahrenen Bootseigner ein Zeichen, dass das Boot torsions-resistent und stabil gebaut ist.
Wie erwartet erfolgte der Testlauf ausgezeichnet, kein Bersten des Rumpfes als das Boot mit 25 Knoten durch die Wellen pflügte. Angenehm war ebenfalls die Tatsache, dass der Rumpf sich in der nachfolgenden See nicht riss und die Seitenstabilität total gegeben war.
Die attraktiven Eigenschaften der Paragon 25 schließen auch die Tatsache ein, dass eine Schwelle fast nicht existent ist – der Trimmwinkel ändert sich nur um einige Grad, das Boot gleitet ohne Anstrengung und die Trimmklappe wird eigentlich nicht benötigt. Eine ausgezeichnete EigenArt ist, dass beim Gleiten durch den gesamten Geschwindigkeitsbereich das Boot gut zu fahren ist und die Bows nicht hochkommen und bei 8-10 Knoten die Sicht nicht versperren.
Ruhige und gleichmäßige Fahrt ist phantastisch für jeden, der gerne steht. In diesem Fall bedeutet eine Kopfsee keine unruhige Fahrt und eine unangenehme Reise für die Mannschaft. Stattdessen zerpflügt der tiefe Rumpf das Wasser sehr leicht und geschmeidig wie ein Offshore-Rennboot. Das Boot reagiert sehr gut und beweist eine ausgezeichnete Balance.
Die Tatsache, dass die Paragon 25 sehr attraktiv aussieht, sollte eigentlich keine zu große Rolle spielen, aber auch ein überzeugter Bootsfahrer achtet auf Proportionen und attraktive, moderne Linienführung. In diesem Punkt überzeugt Sakaris Stil. Seine Idee von einem niedrigeren Profil dank eines niedrigen Rumpfes, angemessene Kabinenhöhe und breitem Gangbord erscheint sowohl elegant als auch angemessen. Etwas ganz Besonderes ist die gebogene Frontscheibe, die dem Boot seinen Charakter verleiht während sie gleichzeitig den toten Winkel minimiert – der Schwachpunkt bei Kajütbooten.
Ein wichtiger Punkt ist das an Bord gehen, es muss einfach und sicher sein. Für den Test
lag das Boot längsseits an einem hohen Kai. Auf das Deck zu springen war keine verlockende Aussicht. In diesem Fall klappte es gut, auf die Reling zu treten, da der Handlauf breit und sicher befestigt ist. Die Handläufe auf dem Dach bieten zusätzlichen Halt.
Flexibles Boarding
Boarding von einem schwimmenden Landungssteg aus ist ebenfalls sicher. Der niedrige Rumpf mit einer zurückgesetzten Kanzel, ein kurzes Geländer und ein niedriges Vorderdeck machen das Boarden sehr einfach. Die Tatsache, dass das Geländer am Heck extra breit ist und eine Tür hat, vereinfacht ebenfalls das Boarden oder Ausschiffen an einem niedrigen Kai.
Das Seitendeck eignet sich ausgezeichnet, um herumzulaufen. Es gibt keine Stolperfallen, denn Stufen sind nicht vorhanden und alles ist vom Bug bis zum Heck auf einer Ebene. Die zentrale Anordnung der Kabine ermöglicht es, um sie herum zu laufen. Auf der Paragon 25 kann man die Kabine von drei Seiten aus betreten – von den Seiten und vom Heck aus. Diese clevere Anordnung vereinfacht die Mobilität erheblich. Die Mannschaft kann herein und heraus, ohne dass der Kapitän aus dem Weg gehen muss. Der Kapitän kann schnell herausschlüpfen und am Kai oder einem Fels festmachen.
Der Kabinenboden liegt unter dem Deckniveau und erlaubt ein sicheres Stehen und Fahren. Große Leute müssen den Kopf ein wenig einziehen, wenn sie die Kabine betreten, aber einen begeisterten Bootseigner stört diese Unbequemlichkeit nicht:
Die Anordnung des Steuerhauses ist ebenso klug wie originell. Die Tiefe sorgt für beträcht- lichen Raum – es gibt ein L-förmiges Sofa an der Backbordseite, einen kleinen Mannschaftssitz achtern und den Steuerstand auf der Steuerbordseite. Ein kleiner Tisch an der Decke ermöglicht ein gemütliches Zusammensein auf dem Sofa zum Essen.
Eine klappbare Fußstütze erlaubt dem Kapitän oder seinem Helfer, den Kopf durch die Decken- luke zu stecken. Nebenbei lassen diese Luken Licht und Luft in die Kajüte.
Der Steuerstand ist richtig kompakt. Der Abstand zwischen Steuerrad und Sitz eng genug, um die Füße fest aufzustellen. Das Steuerrad ist so gut befestigt, dass es beim Aufschlagen des Bootes auf den wellen nicht wackelt.
Schöne Einrichtung
Der Steuerstand ist schön und praktisch mit dem Kompass direkt über dem Plotter. Die Maschineninstrumente sind auf einem Paneel im Dach und die elektrischen Schalter auf dem Kartentisch angebracht. Ausgezeichnete Sicht verspricht die gebogene Frontscheibe, die den toten Winkel minimiert und gleichzeitig ein gutes Ablaufen von Regen und Spritzwasser ermöglicht. Die drei kräftigen Scheibenwischer mit Spül- und Intervallfunktion sind höchst willkommen, wenn das Wasser im Kosterfjord über das Boot hinweg spült.
Ein weiterer Pluspunkt aus Passagiersicht sind die drei leichtläufigen Schubladen und die Spül- einheit im Schrank mit einer einflammigen Kochstelle auf der Rückseite der Abdeckung. Schön, clever und nützlich.
Der Vorpiek eignet sich ausgezeichnet zum Schlafen. Betten auf gleicher Höhe, genügend Fußbreite und weiche Polster bieten eine ausgezeichnete Bettlänge und es gibt ein Mittelkissen. Letzteres ist ein Zubehör für diejenigen, die es sich behaglich machen wollen.
Kenner, die etwas vom Bootsbau verstehen, wissen, dass der Feinschliff seinen reis hat. Aber auf der Paragon 25 ist die Ausführung erstklassig. Der Grund dafür ist, dass der Designer Mattila und der Bootsbauer Vittala in Österbotten leben – einem klassischen Bootsbauergebiet. Abgerundete Ecken, hohe Einfassleisten, flush eingebaute Luken und farblich abgestimmte hölzerne Details sind eine Frage der Zeit und überlieferter Kultur.
Man findet keinen Kunststoff an Bord, die Inneneinrichtung ist aus hellem Teakholz und das Gefühl von Qualität ist nicht zu übersehen. Die Maserung des Teakfurniers verläuft horizontal und verstärkt den Eindruck, dass die Paragon 25 ein modernes, elegantes und sorgfältig geplantes Boot ist.
Hinsichtlich der technischen Konstruktion kann das Boot sich eines hervorragenden handverlegten Laminats mit einem festen Kern, dem sich Fiberglas anschließt sowie eines hochwertigen kompakten Vinylester und eines sehr hohen und dichten Rahmen entlang des Bodens rühmen. Letzterer sorgt für die Stärke und Torsionsstabilität des Bootes.
„Als wir die Parameter für die Paragon 25 festlegten, wollten wir ein starres Boot, das sich selbst auf dem Wasser halten kann. Das Resultat sind viele hohe Holmen mit einem hohen Glasanteil im Laminat. Die Laminierung der Holzeinrichtung erhöht zusätzlich die Stabilität,“ erklärt Bootsbauer Vittala.
Während des Tests, manchmal bei schwerer See, überzeugten die Stabilität und die Torsionsstabilität sehr. Das Boot raste auf Wellen nicht davon, kippte nicht um, drehte sich nicht durch die Wucht von herabstürzender Wellen und die Schwimmer boten den richtigen Widerstand und hielten sogar Spritzwasser zurück.
Bei leichter Abtrift wurde an einer alten Leuchtturm-Station, Pater Noster auf Marstrand, angelegt. Die Einfahrt ist eng und der Hafen schmal. Um erfolgreich anlanden zu können ist beides notwendig: Manövrierfähigkeit und minimale Abtrift. Die Paragon 25 erfüllte ihre Aufgabe als „Leuchtturm-Boot“. Dank der Kielboot-Proportionen verlief das Vertäuen rei- bungslos. Wäre das Boot an die Holzverschalung der Einfahrt gestoßen, hätten die Pontons das Boot geschützt. Die Paragon 25 bietet eine Kontrolle, die nur wenige andere Boote bieten.
Vor der Rückkehr zu Nimbus in Langedrag wurde im westlichen Schärengebiet von Styrsö ein Höchstgeschwindigkeitstest unternommen. Es wurde kein Rucken und kein Wackeln wahrgenommen. Die Paragon 25 fuhr ausgezeichnet in der Spur und hat bei ihrer Höchstgeschwindigkeit von 38.2 Knoten nicht überdreht. Die Paragon 25 ein außergewöhnliches Boot ist. Sie ist ein fähiges, funktionales, niedliches, seetüchtiges, ausgewogenes Boot. Kenner unter den Bootsleuten bekommen mit ihr das, wonach sie lange gesucht haben.





